4. Pflege - Pflegeverständnis

Als Einrichtung der Katholischen Kirche übernehmen wir im Auftrag der Pfarrgemeinde die pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung von alten, kranken und behinderten Menschen. Unser Ziel ist es, eine größtmögliche Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Betroffenen und ihrer Angehörigen in ihrer Lebensführung zu erhalten, deren Gesundheit zu fördern und die soziale Integration zu unterstützen.
Unser besonderes Anliegen ist es Schwerkranke, Sterbende und deren Angehörige zu begleiten. Dabei versuchen wir den Sterbenden ein menschenwürdiges Leben bis zuletzt und ein Abschiednehmen zu ermöglichen. Damit wir dieser Aufgabe gerecht werden können, nehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig an speziellen Fortbildungen zu dieser Thematik teil.
 

 

4.1 Pflegemodell


Ausgehend von unserem Selbstverständnis, dem christlichen Menschenbild und unserer Auffassung von Pflege legen wir ein bedürfnisorientiertes Pflegemodell zu Grunde (siehe „Pflegetheoretische Grundlagen). Dies bringen wir zum Ausdruck, in dem wir unser Angebot über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus an den Bedürfnissen und Notwendigkeiten der Menschen orientieren, die unsere Leistung in Anspruch nehmen (z.B. seelsorgerische Begleitung, Sterbe- und Trauerbegleitung, psycho-soziale Beratung...).

 .
Die Pflege selbst gestalten wir nach dem Pflegeprozess unter Einbeziehung möglichst aller Aspekte, die das Leben eines Menschen beeinflussen. Dabei berücksichtigen wir seine Bedürfnisse und Fähigkeiten genau so wie sein soziales Umfeld, seine Interessen, seine Religion und seine Lebensgeschichte.


Zur Erfassung seiner Fähigkeiten und Bedürfnisse verwenden wir als Hilfsinstrument das von Monika Krohwinkel entwickelte Strukturmodell „Aktivitäten und existenzielle Erfahrungen des Lebens (AEDL)“.

 

4.2 Pflegesystem


Die Pflege versuchen wir nach dem System der „Bezugspflege“ zu organisieren. Dabei ist uns wichtig, dass der Pflegebedürftige sowie seine Angehörigen und der Mitarbeiter eine tragfähige Beziehung aufbauen. Wir respektieren, fördern und erhalten soweit als möglich ihre individuelle Lebenssituation und die Selbstversorgungskompetenz. Dies erreichen wir durch eine gemeinsam mit den Betroffenen vorgenommene Zuordnung einer Bezugsperson, die immer eine Pflegefachkraft ist. Diese muss nicht in jedem Fall ständig die Pflege selbst übernehmen. Trotzdem wird ein kontinuierlicher Personaleinsatz unter Berücksichtigung der arbeitsrechtlichen und dienstplantechnischen Möglichkeiten angestrebt.


4.3 Organisation der Pflege


Die Organisation der Pflege richten wir am Pflegeprozess aus. Nach der ersten Kontaktaufnahme erfolgt durch eine entsprechend ausgebildete Pflegefachkraft ein Erstbesuch in der Häuslichkeit des Pflegebedürftigen zur Feststellung der Wünsche und Erwartungen und des Pflegebedarfs. Dabei werden alle wesentlichen Informationen gesammelt und dokumentiert.
Zusammen mit dem Pflegebedürftigen und seinen Angehörigen werden die notwendigen Leistungen geplant, ausgewählt und auf dieser Basis ein Kostenvoranschlag erstellt. Bei Übereinstimmung wird dann ein Pflegevertrag vereinbart.
Der Pflegebedürftige wird in den Tourenplan integriert und den entsprechenden Mitarbeitern zugeordnet. Die zuständige Pflegefachkraft erstellt für die vereinbarten Leistungen einen individuellen Pflegeplan und entwirft einen Maßnahmenplan.

 

Mit Hilfe der Pflegedokumentation werden alle wesentlichen Aspekte des Pflegeprozesses festgehalten. Sie ist im Haushalt des Pflegebedürftigen hinterlegt und gewährleistet u. a. den Informationsfluss zwischen allen an der Pflege Beteiligten.

 

4.4 Kommunikation


Durch unsere ständige Erreichbarkeit und unsere Sprechstunden sind wir für unsere Patienten auch persönlich außerhalb der Pflegezeiten ansprechbar.
Zum Erfahrungsaustausch untereinander und zur Weitergabe von Informationen halten wir regelmäßige Dienst- und Fallbesprechungen (schriftliche und/oder mündliche Übergabe bei Personalwechsel, Dokumentation beim Patienten und im Stationsheft. Zusätzlich sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während des Dienstes mit einem Mobiltelefon ausgestattet.

 

Selbstverständlich gelten für uns der Datenschutz und die berufliche Schweigepflicht. Jeder Mitarbeiter ist durch seinen Dienstvertrag und eine eingehende Belehrung dazu verpflichtet.


Beschwerden und Anregungen werden bei uns mit einem sog. Beschwerde-Management bearbeitet (siehe Qualitätshandbuch).

 

4.5 Qualitätssicherung


Durch unsere Zugehörigkeit zum Caritasverband als Spitzenverband stehen uns für die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität unseres Dienstes eine Reihe von Möglichkeiten offen.


Wir beteiligen uns regelmäßig an der Arbeitsgruppe „Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung auf Kreisebene“, die von der Fachberatung des Caritasverbandes geleitet wird. Dabei wird ein Qualitätshandbuch entwickelt, das unseren „Caritasstandard“ darstellt.

 

Regelmäßige Fort- und Weiterbildung für unsere Mitarbeiter ist uns sehr wichtig und selbstverständlich. Dazu wird eigens ein Plan erstellt und      die Teilnahme dokumentiert.


Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht geeignete Fachliteratur (Fachbücher und Fachzeitschriften) zur Verfügung.


Zur Sicherung und Verbesserung unserer Qualität führt die Pflegedienstleitung und/oder ihre Vertretung regelmäßig Pflegevisiten durch. Zusätzlich werden im Rahmen von Dienstbesprechungen Fallbesprechungen abgehalten. Des Weiteren finden regelmäßig interne Qualitätszirkel und interne Fortbildungen statt.

 

Die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten in unserem Pflegedienst sind klar definiert (vgl. hierzu unser Organigramm und die Funktionsdiagramme).

Zur Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zur Anleitung von Auszubildenden orientieren wir uns an einen eigens dafür vorhandenen Standard (s. Qualitätshandbuch).

Powered by CMSimple_XH | (X)html | css | Login